Das Unerklärliche erklären!

Heute abend habe ich endlich Zeit gefunden, in der neuesten Ausgabe von „message“, der „Internationalen Zeitschrift für Journalismus“ zu blättern. Sie erinnert uns daran, wie Journalismus sein sollte: mutig, kritisch, unabhängig, sich von wirtschaftlicher und politischer Macht abgrenzend.

Hierzu finden sich auch in Heft 2-2009 auf über hundert Seiten viele gelungene Beispiele, etwa über die rüden Marketing-Methoden der Pharma-Industrie, über die Flut von Bildern in den Medien, die Sterbende und Kriegstote zeigen, über die Bestechlichkeit von Autojournalisten sowie die fragwürdige Presserabatt-Praxis. Dazu fragt der Herausgeber Michael Haller im Editorial: „Wir haben … den Journalistenberuf gelernt mit der Zielvorgabe, das Unfassliche aktueller Vorgänge zu fassen, das Unerklärliche zu erklären und hinter den wundersamen Fügungen das zweckrationale Handeln der Akteure freizulegen. Was ist davon geblieben?“ Seine Antwort: „Wir erleben derzeit mit der Implosion des ‚reinen Kapitalismus‘ unsere Lebenswelt in ihren Grundfesten als bedroht. Und doch liefert die Ungeheuerlichkeit dieser Katastrophen keinen Grund, das mühselige Geschäft des Beschreibens, des Aufklärens, des Erklärens sein zu lassen – im Gegenteil.“ Dem ist nichts hinzuzufügen, außer: Bei unseren Geschichten aus Technik und Wissenschaft ist dieser journalistische Imperativ genau so wichtig!

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