Der Kollege, der Murdoch das Fürchten lehrte

Ein alter Bekannter hat das Murdoch Imperium ins Wackeln gebracht. Nick Davies vom Guardian, der auf der Weltkonferenz der Wissenschaftsjournalisten WCSJ 2009 London gefragt hatte: Bist du noch Journalist, oder „Churnalist“ — Fließbandarbeiter, der nicht mehr recherchiert, sondern nur noch abschreibt.

In der Sueddeutschen Zeitung am letzten Wochenende war die Geschichte zu lesen, wie er vorgegangen ist („Sie waren bereit, uns zu verspeisen“). Seine journalistischen Vorbilder waren immer die Watergate-Aufklaerer Bob Woodward und Carl Bernstein.

Davies‘ Motto: hart und mutig zu recherchieren und „in Kauf nehmen, gefressen zu werden“. Er war derjenige, der herausfand, dass Murdoch-Reporter die Mailbox des entführten Maedchens manipuliert hatten.

Der Chefredakteur nahm ihn in Schutz, als Scotland Yard sich über die Zeitung beschwerte. Gleichzeitig gelang es den Beiden, die New York Times als Verbündeten zu gewinnen. Sie belegte durch unabhaengige Recherchen Davies‘ Erkenntnisse und drang noch weiter in den Dschungel der illegalen Aktivitaeten der Murdoch-Journalisten ein.

Nach 15 Monaten konnte das Land nicht laenger die Augen davor verschließen und das System Murdoch kollabierte. Neulich erhielt er einen Anruf aus New York. Bernstein gratulierte ihm zu seinem Erfolg und fragte, ob sie ein Buch zusammen schreiben wollten.

Da fühlte er, dass er angekommen war.

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