Zukunftsmodell:
Hybrid aus Redakteuren und Bloggern

Die Wirtschaftskrise ist auch eine Medienkrise. Die Zukunft von Print wird wie nie zuvor in Frage gestellt. Und die Alternative?

Um die südkoreanischen OhmyNews ist es in den letzten Jahren zwar ein wenig ruhiger geworden, doch vor ein paar Tagen waren sie wieder weltweit präsent, als der ehemalige Staatspräsident Roh Moo-hyun zu Grabe getragen wurde. Der Menschenrechtsanwalt war mit Hilfe der Bürgerzeitung im Jahr 2002 ins Amt gewählt worden, hauptsächlich von jungen Wählern, für die er eine Art Obama war. Nach einer Ära von Filz und Korruption war Roh der erste fortschrittliche Lenker des asiatischen Landes.

OhmyNews schoss mit diesem publizistischem Erfolg wie eine Rakete an den Himmel der neuen Medien und hat seither 40 000 Mitarbeiter gewonnen, die aus aller Welt Beiträge einsenden. Sie werden von 50 Redakteuren bearbeitet, die täglich etwa 200 Beiträge ins Netz stellen.

Jetzt steckt aber auch dieser Hybrid aus Profijournalisten und Bürgerjournalisten in der Krise. Ohmynews finanziert sich zu 70 Prozent von Werbeeinnahmen, die eingebrochen sind. Ein freiwilliges Abo bestreitet bereits fünf Prozent der Einnahmen, Kleinspenden gleichen einen weiteren Teil des Defizits aus, Weiterbildungsangebote und eine Journalistenschule sollen neue Gelder erschließen helfen – möglicherweise auch eine internationale Kooperation mit Medien in anderern Ländern. Wer beißt an?

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