Kalte Fusion, ganz heiß: Flopp oder Sternstunde?

by Wolfgang Goede | 5. Februar 2012 22:32

Das Bild und das Thema spuken seit fast einem Vierteljahrhundert durch die Medien: die Fusion im Reagenzglas. Jetzt ist es wieder brandheiß. Der italienische Erfinder Andrea Rossi will einen Reaktor gebaut haben, der aus Wasser bei Zimmertemperatur ein Megawatt holt.

Energie aus Wasser bei Zimmertemperatur: Spinnerei - was sagen Wissenschaftstheoretiker?

Das klingt so fantastisch, dass sich nur wenige Journalisten an dieses Thema heranwagen. Die Kollegen der spanischen Wissenschaftszeitschrift „muy“ haben Rossi aufgesucht. Ihre Bilanz fällt kritisch aus. Es fehlt die Transparenz, keiner hat den Reaktor untersucht, der Output wird laufend nach unten korrigiert. Rossi, ein Scharlatan – oder verkanntes Genie?

Richtig ist, dass in den letzten Jahrzehnten viele Forscher in aller Welt mit der kalten Fusion experimentiert haben und vorzeigbare Ergebnisse vorweisen konnten, die von der etablierten Wissenschaft allerdings nie zur Kenntnis genommen worden sind. Hinter der Fassade der offiziellen Forschung entspinnt sich eine dramatische Historie von Krimi-Format mit viel Ungeklärtem.

Gleichzeitig werden seit 50 Jahren Abermilliarden in einen Fusionsreaktor gesteckt, der nach dem Vorbild der Sonne Energie erzeugen soll. Er ist aber so weit von der Realisierung entfernt, dass das Forschungsprojekt an Sciencefiction erinnert, viele nennen es ein „Jahrhundertgrab“.

Wie passen diese beiden Forschungsprojekte zusammen? Nach welchen Regeln wird hier verfahren, wie lassen sich forscherischer Weizen und Spreu voneinander trennen?

Der Wissenschaftstheoretiker Klaus Fischer gibt zu bedenken, dass der orthodoxe Wissenschaftsbetrieb ihrer Zeit vorauseilende Forscher leicht als Spinner ausgrenzt. Die Fälle, „in denen sich die Wissenschaft in ihrem Urteil über einen ‚Spinner‘ dramatisch irrt, wiegen unendlich schwer:

Es sind die verpassten Sternstunden der Wissenschaft!“ – hier die gesamte Historie und Analyse über kalte Fusion.

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