„Dachverband der anderen Art“ …

Während alles gespannt auf weitere Hiobsbotschaften über die Dissertation unserer Bundesforschungsministerin wartet, ergießt sich unversehens der neue
Medizin&Wissenschaftsjournalist
über unsere Bildschirme. Die Herbstausgabe, diesmal überpünktlich vor der Wissenswerten erschienen, deshalb auch mit besten Chancen, dort auch auszuliegen, ist 32 Seiten stark.

Selbst beim schnellen Durchklicken bleibt der User schnell hängen, etwa bei den Forschungssprechern des Jahres. Unsere Kolleg_innen haben sich diesmal für ein Männer-Trio entschieden (letztes Jahr gehörte immerhin Caroline Wichmann, Leopoldina, zum Kreis der Gekürten). Das sind: Rudolf-Werner Dreier, Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Beziehungsmanagement (!) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; Marco Finetti, Direktor Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG; Christian Böhme, Senior Manager Corporate Media Relations (!) der BASF SE — wobei erst einmal die schillernden Titel ins Auge stechen.

Kollegin Regina Öhler berichtet über die langjährigen Geburtswehen des „Verbands der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten“, der jetzt die bisher vier Verbände der Medizinjournalisten vereint und stärkt. Startsignal und Rollenmodell für die Zukunft?, fragt die Hebamme und schreibt: Der VMWJ wird eine konstruktive Zusammenarbeit mit WPK und TELI anstreben. „Wer weiß, vielleicht wird es dann eines Tages einen Dachverband der anderen Art geben …“, spekuliert abschließend die Wissenschaftsleiterin des Hessischen Rundfunks.

Eine Vereinigung der beiden — oder deren Einbindung in einem neuen Superverband aller deutschen Medizin- und Wissenschaftsjournalisten? Der könnte, in der Tat, die Schlagkraft des siegreichen Deutschland-Achters in London erreichen und mit einer vernehmlich-durchsetzenden Stimme die Anliegen der Profession vertreten. Gold winkt.

Nur schade, dass die TELI-Wissenschafts-Debatte nicht im Heft ist. Die könnte einer solchen Plattform Kanten und Ecken geben. Auf der Bremer Wissenswerte wird die „Wiss-Deb“ sich auf den Prüfstand stellen. Wir hoffen auf einen Platz in der Frühjahrsausgabe 2013 des „Medizin&Wissenschaftsjournalist“!

Und, heiß umstritten: Braucht Deutschland ein Science Media Center? Hilft es der strauchelnden Profession, im Klammergriff von PR und Online, auf die Beine, oder zieht es uns endgültig die Beine unter dem Boden weg. Joachim Müller-Jung, FAZ, spricht sich, verhalten, für SMCs aus. Sein britischer Counterpart, der BBC-Schwergewichtler Pallab Gosh und Ex-Präsident des Weltverbandes der Wissenschaftsjournalisten, würde sicher mit ihm und allen anderen Befürwortern in einen erbitterten Clinch gehen und Argumente in alle Richtungen schießen, basiert auf UK-Erfahrungen: SMCs katzen uns die Restbutter vom Brot.

Übrigens: Schon mal den Blog Wissenschaft kommuniziert des TELI-Kollegen Reiner Korbmann besucht? Hier finden sich nicht nur die Links zu den aktuellen Ausgaben des „Medizin&Wissenschaftsjournalist“, sondern viele andere exklusive Happen.

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Ein Gedanke zu “„Dachverband der anderen Art“ …

  1. Lieber Kollege Wolfgang Goede, danke für den Kommentar zur neuen Ausgabe des „Medizin&Wissenschaftsjournalist“. Als Chefredakteur dieser Zeitschrift von Medizin&Wissenschaftsjournalisten für Medizin&Wissenschaftsjournalisten zwei kleine Anmerkungen: Dass dieses Jahr – zum ersten Mal – bei der Wahl der Forschungssprecher des Jahres keine Kollegin mit vorn lag, würde ich eher als Gesetz des Zufalls sehen. In den vergangenen Jahren gehörten immer – nicht nur einmal, manchmal sogar in der Mehrheit – Forschungssprecherinnen zu den Ausgezeichneten. Unsere Kollegen und Kolleginnen sind keine Machos.
    Und zur TELI-Wissenschaftsdebatte: Den Platz dafür gab es schon in dieser Ausgabe des „Medizin&Wissenschaftsjournalist“. Doch ein Chefredakteur ist machtlos, wenn der vorgesehene Autor das versprochene Manuskript nicht zum Redaktionsschluss abliefert. Aber wenn sich Spannendes tut, würde ich gern meinen Lesern gern mehr berichten.
    Beste Grüße Ihr Reiner Korbmann

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