Erste Ergebnisse zur W-Debatte:
„Abwrackprämie war klimapolitisch Mist!“

Die W-Debatte der TELI zu den Bundestagswahlen zieht Kreise: Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Professor Ernst Rietschel, hat die Wissenschaftsdebatte offiziell begrüßt, die Aktion wurde im Münchner Presseclub vorgestellt sowie beim monatlichen Treffen des Netzwerks Gemeinsinn. Dort fühlten sich besonders auch Sozialwissenschaftler von dem Thema angesprochen – ein entsprechender Eintrag wirbt um die Beteiligung derer, die von sich sagen: „Wir müssen immer reparieren, was die Naturwissenschaftler verbocken.“ An dieser Stelle eine erste Auswertung der interessantesten Antworten zu den TELI-W-Fragen.

In diesem Land haben wir nur unsere Köpfe, aus denen wir Kapital schlagen können, insofern ist die Aufforderung eines Juristen an einem Max-Planck-Institut wichtig: „Schaffung von Bewusstsein für die Bedeutung von Forschung für die Wirtschaft!“ Nach dem Vorbild der Royal Commission in Großbritannien regt er eine stärkere Einbindung von Wissenschaft in den Politikbetrieb an. Der MPI-Forscher verlangt mehr Unabhängigkeit der Forschung, die „häufig sehr industriefreundlich“ sei – und: „Journalisten müssen darauf achten, welche Wissenschaftler von wem bezahlt werden.“ Oft meldeten sich Forscher in den Medien zu Wort, „die de facto bezahlte Lobbyisten sind“. Journalisten sollten stärker wahrnehmen, dass es auch geisteswissenschaftliche Forschung gibt.

Ein emeritierter Professor für Computerwissenschaft der Fachhochschule Oldenburg beklagt, dass Hochschullehrer neben dem Vorlesungsbetrieb mehr Zeit für die Forschung haben müssten. Die Ausgaben dafür muss Deutschland nicht nur auf die von der EU geforderten drei Prozent (von gegenwärtig etwa 2,5 Prozent) anheben, sondern „auf 4 bis 5 Prozent“ – Verdoppelung! Die Politik müsse sich mehr mit der Automatisierung auseinandersetzen, denn „was passiert mit den Menschen und Arbeitplätzen, wenn alle Abläufe automatisch erfolgen?“

Eine wissensbasierte Gesellschaft erfordert größtmögliche Transparenz und mehr Bürgerbeteiligung, eventuell durch Referenden, wünscht sich ein Mitarbeiter der Leibniz-Gemeinschaft: das heißt insbesondere auch über wissens-, forschungs- und technologie-relevante Themen! „Die Abwrackprämie war m.E. wirtschaftspolitisch und klimapolitisch völliger Mist, weil sie alte Technik perpetuiert“, urteilt er. Benzin müsse teurer werden, der öffentliche Personennahverkehr ausgebaut werden. Bei Gentechnik, Stammzellenforschung und Nano-Tech pocht er auf mehr Forschungsfreiheit.

Machen Sie mit bei der TELI-W-Debatte – beantworten Sie die TELI-W-Fragen!

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2 Gedanken zu “Erste Ergebnisse zur W-Debatte:
„Abwrackprämie war klimapolitisch Mist!“

  1. Ein Wissenschaftler sagte mir vor kurzem, das BMBF fördere nur noch große Projekte, die in Kooperation mit Unternehmen der freien Wirtschaft bearbeitet würden. „Fördern“ heißt in diesem Fall: Mindestens 50% zu den Projektkosten durch das Ministerium zuschießen. (Siehe auch meinen Kommentar über Roboter in kmU. Auch dieses Projekt fand in Zusammenarbeit mit den größten europäischen Roboterherstellern statt).

    Forschungsförderung ist in Deutschland zwischenzeitlich nichts anderes als staatliche Wirtschaftsförderung

    Praktisch alle interessanten Fraunhofer-Projekte, finden in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft statt. Etc.

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