… und wieder ging die Welt nicht unter

Heute ist Apokalypsentag. Ein Quatsch, sagen die meisten, glücklicherweise – doch er schickt der Wissenschaft eine Botschaft.

Sonnenaufgang am Weltuntergangstag: 5 Grad nördl. Breite, 75 Grad westliche Länge, 6.15 Uhr (c) wcg

Freunde schicken „Weihnachtsgrüße am Weltuntergangstag“, Bild hat einen Apokalypsen-Ticker, Google eine Maya-Inschrift auf der Startseite, weltweit boomen die Geschäfte mit dem drohenden Ende der Welt. Wer zählt die Prophezeiungen?

Allein im letzten Jahrtausend ist die Erde wahrscheinlich tausendmal untergegangen. Am Silvestertag des Jahres 999 erwartete das christliche Abendland, bebend vor Angst, in den Gotteshäusern den himmlischen Donnerschlag. Mit Weltuntergangsszenarien schaffen sich die Religionen der Welt eine treue, gottergebene Gefolgschaft.

Und doch: Weltuntergänge sind wahr, wie der Blick ans nächtliche Firmament zeigt. Dort toben Supernovae, Sonnen explodieren und verschlingen ihre Planeten, so wie unser Zentralgestirn die Erde in acht Milliarden Jahren schlucken wird.

Die Erde selber stand in den letzten vier Milliarden Jahren etliche Male auf der Kippe: Asteroiden und Kometenhagel, tödlich harte Strahlung aus dem All, Klimakatastrophen zwischen Vereisung und Höllenhitze. Das alles hat unserem Nachbarn, dem Mars, vermutlich den Garaus gemacht.

Nur: Am Klimawandel schraubt die menschliche Zivilisation mittlerweile kräftig mit. Das und möglicherweise eine Umweltkatastrophe haben die Mayakultur ausgelöscht. Heute bzw. gestern*, am 21. Dezember 2012, ging deren Kalender zu Ende, ein Omen?

Diese Vorgänge sind wissenschaftlich gut abgesichert und schaffen Aufklärung. Weltuntergänge entstehen durch externe Einflüsse aus dem Kosmos, können aber intern durch Menschenhand beschleunigt werden. Dieser Gedanke und wie wir damit umgehen könnte uns während der kommenden Feiertage beschäftigen.

Zum einen in Dankbarkeit für die Wissenschaft, die uns die Angst vor gottgewollten Apokalypsen genommen hat. Zum anderen in kritischer Auseinandersetzung mit den Forschern. Deren Erkenntnisse haben die technologische Evolution auf diesem Erdball in immer höhere Drehzahlen versetzt. Sind wir dem noch gewachsen, haben wir noch Kontrolle, oder hat sich der wissenschaftlich-technologisch-industrielle Komplex verselbständigt? Die TELI-Wissenschafts-Debatte will Licht in diese Entwicklung bringen.

Wie schrieb der Münchner Wissenschaftsjournalist Nicolai Schirawski vor zwei Jahren, als der ganze Maya-Weltuntergangsrummel begann? Die Erde wird dem auch diesmal wieder standhalten, wohl aber ist das Ende des Maya-Kalenders eine Zäsur, die uns gemahnt, unseren Planeten, die Natur, uns selber besser zu behandeln!

Wie sollte dieser Paradigmenwechsel aussehen, was kann unser Wissenschaftssystem dazu beitragen. Kommentieren sie bitte unten –Sie können auch einen eigenen Beitrag zur Debatte leisten.

*) Auf Samoa, der Datumsgrenze, ist es beim Posten dieses Beitrags bereits der 22. Dezember in der Frühe–und die Welt steht immer noch.

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