Sind Wissenschaftler die besseren Journalisten?

Wer braucht noch Wissenschaftsjournalisten? Diese Frage ist angesichts der Erosionserscheinungen im Journalismus in der letzten Zeit immer wieder gestellt worden, auch auf der Ebene der europäischen Wissenschaftsjournalisten EUSJA. Präsident Hajo Neubert hat dazu recherchiert und im EuroBarometer 2007 Antworten gefunden, die bestimmt auch heute noch gelten.

„Die Mehrheit der EU Bevölkerung möchte, dass Forscher (52 Prozent) wissenschaftliche Information vermitteln, nur 14 Prozent fühlen sich bei Journalisten dabei gut aufgehoben. Ein Fünftel der Befragten könnte sich vorstellen, dass Forscher und Journalisten gemeinsam als Informationsvermittler auftreten.

Schweden, Dänen, Franzosen, Niederländer und Belgier sind am interessiertesten an Wissenschaft (71 bis 100 Prozent). Es folgen Finnen, Italiener, Griechen (61 bis 70 Prozent). Das geringste Interesse haben Bulgaren.

Die Themen Medizin (62 Prozent) und Umwelt (43 Prozent) erfreuen sich des größten Interesses bei den wissenschaftlichen Themen, das geringste verbucht Telekommunikation (11 Prozent).

Das Fernsehen (61 Prozent) ist die allgemein am meisten verbreitete Quelle für wissenschaftliche Themen. In Ländern dagegen mit starker Verbreitung des Internets ist dieses immer mehr der Kanal für Neuigkeiten aus der Wissenschaft: Niederlande (88 Prozent), Dänemark (84 Prozent), Schweden (83 Prozent), Finnland (75 Prozent).

Bei den EU-Bürgern genießt das Fernsehen (68 Prozent) das größte Vertrauen als Nachrichten- und Informationsträger. Es folgen die Zeitungen (41 Prozent), das Internet (23 Prozent) und Journale (21 Prozent).

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Ein Gedanke zu “Sind Wissenschaftler die besseren Journalisten?

  1. Interessant, wenn hier rund 80% der Leute das Internet zur Informationsgewinnung nutzen, gleichzeitig davon aber nur 23% dem Internet vertrauen, dann heisst das, dass die Internetnutzer offenbar doch nicht so blöd sind, wie sie immer wieder dargestellt werden. Besonders von diversen Politikern, die meinen, die Menschen vor dem schrecklich unkontrollierten Internet schuetzen zu muessen.

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