Medien-Trend: Mehr meinen — weniger wissen

Hiobsbotschaften in der Süddeutschen Zeitung SZ: Im Beitrag „Meinen statt wissen“ berichtet das Münchner Blatt am 27./28. März 2010 über den Niedergang der US-amerikanischen Medien und was das über die Zukunft des Journalismus andeutet:

SZ-Autor Nikolaus Piper findet die Zahlen „schockierend“. Sie belegen, dass sich die Erosion des Mediengewerbes im letzten Jahr weiter beschleunigt hat. 5900 Redakteursstellen verschwanden. In nur acht Jahren haben die US-Medien damit ein Drittel ihres hauptamtlichen Personals eingebüßt. „Einst stolze Blätter wie die Los Angeles Times sind nur noch ein Schatten ihrer selbst“, beklagt Piper.

Konsequenz: Es würden viel mehr Meinungen über viel weniger Fakten verbreitet. Nach neuesten Umfragen fühlen sich 71 Prozent der US-Amerikaner einseitig informiert. „Traditioneller Journalismus könnte eine Zukunft haben, wenn er besser wird“, folgert der SZ-Autor daraus — aber nur, wenn die Verleger daran glauben …

Mehr: State of the News Media 2010

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2 Gedanken zu “Medien-Trend: Mehr meinen — weniger wissen

  1. Das sollte auf ESOF 2010 in Turin angeregt werden, könnte Teil der Pressekonferenz werden.

  2. Interessante Quelle! Frage ist, ob und wie man die Ergebnisse auf Europa, auf Deutschland übertragen kann. Vielleicht unter dem Aspekt „Was in den USA passiert, kommt fürher oder später nach Europa“?

    Oder gibt es für Deutschland/Europa eine ähnliche Untersuchung? Die EuroBarometer liefern sowas ja leider nicht. Und die verschiedenen Studien über Journalismus und Medien, die es so gibt, liefern immer nur Auskünfte über kleine Teilaspekte. Warum macht in Europa keiner mal den großen Rundumschlag nach dem Beispiel der o.g. Untersuchung? Sowas wie eine PISA-Studie zum Journalismus in Europa?

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