Läutet das Asche-Monster die journalistische Endzeit ein?

Die Flugzeuge sind wieder in der Luft, die Monster-Wolke, besser: ihre vermeintlichen Auswirkungen, waren zum größten Teil eine Erfindung, jetzt vermonstern die nächsten Auswüchse die Hirne der Menschen, in die Welt gesetzt durch Journalisten. „Bricht mit dem Asche-Monster die Endzeit an?“, fragt ein auflagenstarkes Boulevard-Blatt — und serviert die „zehn spektakulärsten Theorien“, wovon jede sich auf einen wissenschaftlichen Experten stützt:

*** Aktivierten Sonneneruptionen den Vulkan — steuert die Erde auf einen Sonnen-Super-Gau 2012″ zu?
*** Wirkte eine neue Geheimwaffe direkt auf die Erdplatten?
*** Läutet das Asche-Monster das Ende des Maya-Kalenders 2012 und den Untergang der Erde ein?
*** Testen UFOS/ALIENS gerade einen Großeinsatz?
*** Diente die Aschewolke als Vorwand, um eine Notfallübung abzuriegeln, die uns auf einen gewaltigen Terroranschlag vorbereiten soll?
*** Heilt sich nach der Gaia-Theorie die Erde selber, indem sie eine Verminderung des CO2-Ausstoßes erzwang?
*** Hat hier der Zukunftsprophet Nostradamus seine Hände im Spiel, der eine Giftwolke vorhersah (die zwei Drittel der Europäer töten sollte)?
*** Steht uns eine vulkanische Supereruption bevor, wie vor 215 Mio Jahren, die 90 Prozent allen Lebens auslöschte?
*** Hält der Planet den Kräften stand, kollabiert gerade sein Inneres?

Da wird einem ja ganz blümerant zumute — oder sollten wir auch mal die Phantasie der Forscher und Journalisten wertschätzen?

Oder, noch mal einen Dreh weitergedacht: Bricht damit die journalistische Endzeit an?

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Ein Gedanke zu “Läutet das Asche-Monster die journalistische Endzeit ein?

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