Dialog der Stakeholder: FürundWider.org

“Eine Wikipedia der Debatten”: So lautet der Titel eines Beitrags des Wissenschaftsjournalisten Ralf Grötker in dem Magazin des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung WZB – ein weiteres Beispiel dafür, dass landauf, landab, im In- und Ausland die Debattenkultur boomt.

Trotz Google und aller weiteren Infos im Netz: Die Realität ist eher komplexer und verzwackter geworden, einfache Erklärungen sind rar, “selbst Experten haben zuweilen Mühe, auch nur einigermaßen den Überblick zu behalten”, schreibt der Autor.

Um das zu erleichtern, haben Briten die Online-Debatten-Plattform “Debategraph” ins Leben gerufen. Begründungen werden auf Karten niedergelegt, die sich wie ein Baum verzweigen und die Argumentationsstränge sichtbar machen.

Mit diesen Argumentations-Visualisierungs-Programmen lassen sich Antworten auf viele Fragen finden, sehr klar und stringent, von der “künstlichen Intelligenz und Klimawandel, zu kommunalen Neubauplänen, zur Zukunft der Institution Ehe bis zu Kinderfragen zum Christkind”, schreibt Grötker.

Nur mit der Breitenwirkung und Debatte hapert es, bedauert er, weil sich nur ein kleiner Kreis von Experten findet.

Das wiederum soll die Internetseite FürundWider.org lösen, eine Erfindung des Journalistenbüros Schnittstelle unter Leitung von Sascha Karberg. Zusammen mit der Deutschen Akademie für Technikwisssenschaften acatech entstand eine Plattform zu dem kontroversen Thema Synthetische Biologie.

Die Redaktion stellte dazu alle Beiträge und Stellungnahmen der letzten Jahre zusammen. Ethische Bedenken und Sicherheitsrisiken wurden in Form von Debattenkarten zusammengestellt. Jetzt sollen Experten und gesellschaftliche Gruppen wie NGOs dazu Stellung nehmen und die Pro- und Contra-Argumente erweitern.

So könnte das Thema dann bald auch die politische Arena erobern und dort zu einem organisierten “Stakeholder Dialog” führen, hofft Grötker.

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