Schreiben für’s Internet

Suchmaschinen-Optimierung (SEO)

Lassen Sie sich nicht von die tausendfachen Tipps zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) irritieren. Suchmaschinen lernen die Tricks sehr schnell und ändern deswegen immer mal wieder ihre Suchalgorithmen. Gute Texte werden immer gefunden. Wenn Sie aussagekräftige Überschriften formuliert haben und das Feld für »Tags« (Schlagwörter) ausgefüllt haben, ist das Wichtigste schon getan. Wenn Sie dann noch die wichtigsten Wörter im Teaser und in den ersten Absätzen wiederholen, haben Sie schon alles getan, was nötig ist, damit Ihr Text gefunden wird.

Links und Fußnoten

Auch Links strukturieren den Text, wenn sich richtig platziert sind. Man sollte auch sie nur dann setzen, wenn das Ziel auch tatsächlich einen Klick wert ist, wenn es einen Mehrwert bieten. Sonst verzichte man lieber darauf. Auch hier: Ist das Ergebnis eines Klicks nichtssagend oder langweilig, hat man den Leser sofort verloren.

Natürlich muss ein Linkziel auch glaubwürdig und seriös sein. Links zu solchen Zielen stärken übrigens gleichzeitig auch das Vertrauen der Leser in das Ausgangsportal.

Zu jedem Link in einem Lauftext gehört es, dem Leser klar zu beschreiben, was ihn erwartet, wenn der den Link anklickt. Also nicht: »… auf der TELI-Seite finden Sie weitere Informationen.« (Link vor Inhaltsangabe), sondern: ».. Weitere Informationen finden Sie auf der TELI-Seite.« (Inhaltsangabe vor Link).

Nicht vergessen, das »alt="..."«-Attribut im HTML-Linktag (<a ... alt="Beispieltext">...</a>) zu nutzen. An dieser Stelle beschreibt man noch einmal das Linkziel. Schlagwörter genügen. Suchmaschinen schauen sich diese Informationen besonders genau an.

Kleiner Tipp: Man kann natürlich auch das HTML-Attribut »title="..."« benutzen, um dem Leser eine Vorab-Information zum Linkziel zukommen zu lassen. Gleitet der Mauszeiger über so ein Attribut, öffnet sich ein Minifenster über dem Wort und zeigt den Text des Attributs an. Das funktioniert auch bei einzelnen Wörtern und kann für Worterklärungen und als Übersetzungshilfe genutzt werden (<span title="Begriffserklärung">Schwieriger Begriff</span>).

Aber jeder Link kann den Leser auch vom Text weg und woanders hin führen.

Besonders ein externer Link birgt immer die Gefahr, dass der Autor seinen Leser verliert. Solche Links also nie zu früh setzen – jedenfalls nicht, bevor man die eigene Aussage zu Ende geführt hat. Seriöserweise sollte man dafür sorgen, dass sich externe Links immer in einem neuen Fenster öffnen. Das kann man beispielsweise durch das Attribut »target="_blank"« im Linktag forcieren (<a ... target="_blank">...</a>).

Links führen den Leser weiter, Fußnoten beweisen, was der Autor behauptet.

Verweise, die nur dazu dienen, eine Aussage zu stützen, die also eine Dokumentation sind, sollten immer nur als Fußnoten erscheinen.

Im Editor des Portals Wissenschaftsdebatte kann man einen Fußnotentext übrigens ganz einfach im Lauftext zwischen die Tags »[foot]« und »[/foot]« schreiben. Der Text zwischen den Tags wird später automatisch durch das Fußnotenzeichen ersetzt unter dem der eingeschlossene Text am Ende des Lauftexts erscheint.

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Ein Gedanke zu “Schreiben für’s Internet

  1. Ansonsten gilt die wichtigste Print-Regel auf für online: KISS, keep it simple & short. Wen Hemingways Stakkato-Stil nicht inspiriert, findet in Jutta von Campenhausens Reader „Wissenschaftsjournalismus“ (UVK, Konstanz 2011) Anleitungen für prägnantes Formulieren:

    * Kurze Sätze, höchstens ein Nebensatz (wenn überhaupt)
    * ausdruckstarke Verben (die mit den roten Bäckchen)
    * Sätze gnadenlos entrümpeln von der Geistes-Schlacke, also keine aufgeblähten Substantive (Dach statt Bedachung), keine Versubstantivierung und Nominalstil (prüfen statt der Überprüfung zuführen,Probleme statt Problemstellung)

    Bei ihren Empfehlungen schimmert ein wenig der Meister durch. Die Autorin ist Absolventin der Nannen-Schule. Deren langjähriger Leiter, Wolf Schneider, hat einer ganzen Journalisten-Generation diese Unarten ausgetrieben. Die Deutschratgeber des Sprachpapstes, wie ihn viele nennen, sind eine ebenso amüsante wie lehrreiche Lektüre.

    Campenhausen schafft es, diese Regeln in den Wissenschaftsjournalismus einzubetten. Außerdem leuchtet sie viele Konfliktzonen aus wie den Umgang mit PR, Zahlen und Kontroversen. 190 lesenswerte Seiten für alle, die sich Hettwers & Co ein halbes Kilogramm schweren Standard-Wälzer „Wissens Welten“ ersparen wollen.

    Immerhin, auf 598 Seiten finden sich fünfeinhalb über „narrative style“, also Geschichten erzählen. Diese Kunst ist unterbelichtet im deutschen Wissenschaftsjournalismus. Man kann vieles gegen die Bildzeitung vorbringen, aber: Die Kolumne „Post von Wagner“ erzählt in wenigen Anschlägen immer eine kleine provokante Geschichte. Die Debattenthemen wären ein Übungsfeld.

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